Literatur
Wein ist im Gegensatz zur Kunst nur begrenzt von bleibendem Wert. Die Vergänglichkeit liegt in seinem Wesen, bzw. im Bauch des Genießers. Die Flasche mag ja voll sein, aber die Kunst des Winzers bleibt meistens nur für einen Abend bestehen. Und was nützt die schönste Flasche, wenn der Wein verschwunden ist?

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Besuch aus dem fernen
Sachsen rückte am Sonnabend bei
Hubertus Hüttich in
Golmsdorf an und das gleich mit einer ganzen Busladung. "Das Interesse an dieser Fahrt nach
Thüringen war so groß, dass wir einen XXL-Bus chartern mussten", sagte Dr.
Andreas Krebs, der Vorstandsmitglied der Weinbaugemeinschaft
Weinböhla bei
Dresden.
Verständlicherweise: Die etwa 70 Besucher erkennbar an ihren roten Westen und Strohhüten als Markenzeichen waren allesamt Klein- und Kleinstwinzer, die sich im Verein zusammen geschlossen haben und einmal jährlich auf große Fahrt gehen, die nur ein Thema hat: den Wein.
In Thüringen sollte es an diesem Tag zu vier Weingütern gehen: das Thüringer Weingut Zahn in Großheringen, das Thüringer Weingut der Familie Claus in Sonnendorf bei Bad Sulza und das Weingut Schloss Kromsdorf (Prinz zu Lippe). Den Auftakt machte aber die Weinverkostung bei Hubertus Hüttich, der seit 2005 einen auf jetzt 0,85 Hektar Größe angewachsenen Weinberg bewirtschaftet und hier vier Weinsorten erzeugt: Müller-Thurgau, Weißburgunder, Rosé und Dornfelder. Ehefrau Heidrun, Sohn Andreas und Fast-Schwiegersohn Marco hatten alle Hände voll zu tun, um die Gäste zur Weinprobe mit den Weinen alles Qualitäts- und Prädikatweine zu versorgen, während Hubertus Hüttich Erläuterungen gab.
Das Urteil fiel einhellig aus: liebevoll ausgebaute Weine, aus denen der Kenner eine Handschrift heraus schmeckt. Das freute den Winzer, der nach eineinhalb geselligen Stunden die Gäste verabschiedete, die ja bis zum Abend noch viel vor hatten.
Quelle: Frank Döbert / OTZ
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