Man kann, wenn wir es überlegen,
Wein trinken fünf Ursachen wegen:
Einmal um eines Festtages willen,
Sodann vorhandenen Durst zu stillen,
Desgleichen künftigen abzuwehren,
Ferner den guten Wein zu ehren
Und endlich um jeder Ursach' willen.
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Weinprobe zur "Bornfege" in Golmsdorf
…und wieder einmal war es soweit. Das Thüringer Weingut Hubertus Hüttich lud zur Weinprobe ins Gleistal ein. In ausgewähltem Kreis wurden bei strahlendem Sonnenschein und ausgelassener Stimmung die verschiedensten Weinsorten wie zum Beispiel Müller-Thurgau, Weißburgunder, Dornfelder oder auch Rosé verkostet. Die Gäste verweilten in gemütlicher Runde, welche von interessanten Gesprächen abgerundet wurde.
Eigentlich hätte Hubertus Hüttich auch an diesem Wochenende auf dem Weinberg am Golmsdorfer Gleisberg alle Hände voll zu tun. Denn Ende Mai ist der Wein soweit gewachsen, dass Triebe ausgebrochen und ins Drahtgeflecht eingeheftet werden müssen schließlich soll es im Herbst eine gute, reichhaltige Ernte geben.
Doch wenn Golmsdorf Bornfege feiert, dann sind Hubertus und Reinhard Hüttich dabei.
Beide sind Winzer, der eine betreibt die Weinherstellung schon mehr als 20 Jahre, aber stets als Hobby, der andere hat 2006 begonnen, den eigenen Weinberg neu zu bestellen und betreibt die Winzerei heute als Haupterwerb. "Bei der Bornfege schenken wir beide unsere Weine aus, die im Vorjahr gewachsen und über den Winter in Fass und Flasche gereift sind", sagt Hubertus Hüttich. Im eigentlichen Sinn habe das Bornfege-Fest etwas mit dem Wein zu tun, denn "um guten Wein zu bekommen, braucht man gutes Wasser und das holte man früher aus einem sauberen Brunnen".
Zu einer Zeit, wo im Gleistal noch mehr Wein gekeltert wurde alten Schriften zufolge standen früher hier bis auf die
Bergspitzen Rebstöcke war die Brunnenreinigung also sehr wichtig. Zu einem Fest
gemacht haben das die Menschen der Gleistal-Dörfer schon vor vielen Jahren. "Doch schon zur Zeit des Napoleonischen Krieges ging es mit dem Weinbau an der Saale bergab, da wurden im Winter die Rebstöcke im Biwak verheizt", berichtet Hüttich. Nach dem Ersten Weltkrieg seien die Weinberge mit Kartoffeln und anderem Essbaren bepflanzt worden. "Doch garantiert hat jeder ältere Gleistaler noch den Geruch von Kohlensäure in der Nase, die entstand, wenn in der Küche die Weinballons vor sich hin gluckerten", behauptet er. Statt Reben kelterte man eben Obstsaft.
Doch vor vier Jahren pflanzte Hüttich die ersten Tausend Rebstöcke auf den familieneigenen Hang, in den folgenden beiden Jahren jeweils noch einmal so viele. Er entschied sich für die Sorten Dornfelder, Müller-Thurgau, Weißburgunder, Portugieser, Kerner und Bacchus. "Dabei soll es auch bleiben, ich will es langsam angehen, Erfahrungen mit dem Boden und anderen Bedingungen sammeln", sagt er.
Doch der "Quereinsteiger" scheint ein Händchen für den Wein zu haben. 4000 bis 5000 Flaschen Wein sind der Ertrag seines Weinberges. "2009 war der nicht so reichlich, die Winter vorher waren sehr hart", räumt er ein. Doch bei der Weinprüfung in Freyburg erhielten seine Produkte die Zertifikate als Qualitäts- und Prädikatsweine.
Es liegt wahrscheinlich am sauberen Golmsdorfer Wasser, am Hang sowieso und an der Mühe, die sich die Winzer gemacht haben. Von der Qualität des Tropfens von der "Golmsdorfer Gleisburg" können sich die Bornfege-Gäste am Sonntag von 10 bis 19 Uhr im Weingut überzeugen. Um 14 Uhr startet der große Festumzug am Kirchweg, an diesem Tag übernehmen auch die neuen Bornmeister in Golmsdorf und Beutnitz ihre Ämter.