„…wie prächtig schaut es sich in den offenen Gleisberggrund, dessen Dörfer, eines hinter dem anderen, aus Obstbaumhainen hervor lugt wie Kücklein aus dem Neste. Zu beiden Seiten schützen es hohe, bis an die Gipfel hinauf mit Reben bedeckte Berge, zwischen denen im Hintergrund gar stolz und träumerisch der Alte Gleisberg thront, einem König oder Riesen der alten Sage vergleichbar.“
Diese poetischen Zeilen schrieb 1675 Pfarrer Heinrich Trost über unser Tal, das nördlich vor den Toren von Jena gelegen ist und aus dem selbst die Familie Goethes bis 1826 Wein bezog.
Der Tradition folgend gründete Hubertus Hüttich im Jahre 2005 in Golmsdorf sein kleines Thüringer Weingut. Auf dem seit 1660 in Familienbesitz befindlichen Bauernhof werden seither fruchtige und trockene Rot- und Weißweine gekeltert. Jährlich entstehen so maximal vier- bis fünftausend Flaschen, die vorwiegend als Q.b.A vermarktet werden. Die Etiketten der Weine ziert zum einen der gotische Steinbogen zum Keller des Weingutes und zum anderen die Ruine der Gleisburg (im Volksmund auch Kunitzburg), die Namensgeber des Weinberges und der Einzellage ,,Golmsdorfer Gleisburg“ ist.
Kein geringerer als Kaiser Friedrich der 1. (Barbarossa) belehnte einen Dienstmann namens Walter von Weimar im Jahre 1158 mit der Burg, der sodann den Namen „Von Gleisburg“ annahm. 1368 hatten die Herren von der Gleisburg abgewirtschaftet und der Römische Kaiser Karl der 4. und König von Böhmen belehnt nun einen Heinrich von Plauen mit der Burg. Als dieser 1395 ohne Nachkommen verstirbt, verleibt sich Wilhelm zu Sachsen das Reichsgut Gleisburg ein.
Im Bruderkrieg wird 1452 die Gleisburg zerstört, nachdem die Viztume, die auch als Raubritter und „Brandmeister Thüringens“ in die Geschichte eingingen, diese vorher in ihren Besitz gebracht hatten. Ansässige Bauern erwerben bis 1660 alle Ländereien und Äcker des ehemaligen Vorwerkes Gleisburg und betreiben Landwirtschaft und Weinbau weiter. Heute stellt der Gleistalwein eine seltene Rarität dar, der zum Anbaugebiet Saale-Unstrut gehört.